Wie und warum dieses Blog entstand....

Anlässlich des dritten Fotofestivals in Mannheim, Ludwigshafen und Heidelberg "Bilder auf Abruf" organisierte PD Dr. Stefanie Diekmann ein praktisch orientiertes Blockseminar.
Nach einer vorbereitenden Theorie Sitzung, in der wir über fototheoretische Konzepte und Grundlagen sprachen, fuhren wir an einem Wochenende im Oktober nach Mannheim, um uns die verschiedenen thematisch gegliederten Ausstellungen anzusehen.
Während der Tage in Mannheim,Ludwigshafen und Heidelberg sahen wir 7 Ausstellungen, die insgesamt über 450 Werke von 60 nationalen und internationalen Fotokünstlern. In dem Titel "Bilder auf Abruf- Images Recalled" steckt bereits eine wichtige konzeptionelle Frage, welche die Kuratoren Esther Ruelfs und Thobias Berger formuliert haben.
Die nach Bereichen wie "Körpermuster", "Bilderkrieg", "Absenzen" oder "Bilder sammeln" gegliederten Austellungen beschäftigen sich alle Arbeiten auf Ihre Weise mit der Frage der ikonografischen Ordnung und Einordnung der Welt der Bilder.Auf die Frage der Einordnung von Fotos in einer von Digitalfotografie und medialer Dauerpräsenz - der viel zitierten Bilderflut -geprägten Zeit finden die Künstler verschiedene Antworten.
Die von den Kuratoren aufgestellte These, dass diese vorhandenen fotografischen Bilder mittels ihrer suggestiven Wirkungskraft unsere Wahrnehmung lenken, wird hierbei entschieden verneint.
So erläuterte Esther Ruelfs im Gruppengespräch mit den Teilnehmern des Blockseminars, dass man mit dem Ziel gestartet sei, eine "visuelle Alphabetisierung“ vorzunehmen, um damit zu zeigen, wie das fotografische Bild unsere Welt strukturiert und ordnet.
Zugleich betont Ruelfs, dass Wir als Konsumenten der "Welt der Bilder", uns nicht als passive,durch Fotos und Medien fremdbestimmte "Verbraucher" verstehen sollten.
Vielmehr weisen die Ausstellungen auf einen kritischen und selbstbestimmten Umgang mit der fotografischen Welt hin.
Deutlich wird das zum Beispiel bei Christoph Wachter und Mathias Jud , deren Projekt "Zone Interdite" sich im Rahmen der Ausstellung "Bilderkrieg" im Ludwig-Hack Museum in Ludwigshafen kritisch mit der medialen Aufbereitung von Fotos aus Kriegen und militärischem Kontext auseinandersetzt.

Bildausschnitte aus den Arbeiten von den Künstlern Wachter und Jud. Das Bild links ist ein Ausschnitt aus dem von den Künstlern konfigurierten 3D-Programm, dass das US Häftlingslager Guntanamo als dreidimensionale Animation zeigt. Mit Hilfe eines Joysticks kann man sich durch das Lager bewegen.
link
Während wir die verschiedenen Ausstellungen sahen,kamen wir auf den Gedanken, dass es sinnvoll wäre, eine gemeinsame und von allen nutzbare Plattform für das Seminar zu haben. Denn gerade die Bilderflut, die auf dem Fotofestival angegangen und untersucht wird, wirkt ebenso auf den Besucher, der versucht, sich angesichts der Menge der ausgestellten Bilder und des extensiven Themas, zurechtzufinden.
Mit diesem Blog wollen wir einerseits dem Bedürfnis nachkommen, über Fotofestival, Konzept, Ausstellungen und Arbeiten zu sprechen und andererseits die Arbeiten der Studenten, die im Blockseminar entstehen im "Auslöser" festzuhalten.
Wir würden uns freuen, wenn dieser Blog und die hier vorgestellten Projektarbeiten eine Diskussion anregen.
Darüberhinaus stellt "Auslöser" einen Teil unserer Projektarbeit dar- sich mit dem Internet und seinen neuen Kommunikationsformen wie dem Bloggen im Hinblick auf ikonografische, strukturierende "Weltenbilder" zu beschäftigten, bedeutet für Uns eine interessante neue Form im Umgang mit dem World Wide Web.
Neben dem Fokus auf das Fotofestival und die Projektarbeiten unseres Seminares bietet "Auslöser" eine Einführung in fototheoretische Grundlagen und bietet nützliche Literaturangaben und weitere Hinweise auf Fotofestivals Ausstellungen.
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